3D Modelle - "Steingebäude" von Zafar

WiSe 2011/2012

Im Jahr 2004 entdeckte ein Forscherteam unter der Leitung von Prof. P. Yule, Universität Heidelberg, in Zafar einen großen Gebäudekomplex aus dem 1./2. Jh. n.Chr. Die Hinweise mehren sich, dass es sich bei dem „Steingebäude“ genannten Bauwerk um ein bedeutendes Heiligtum handelt. Im Wintersemester 2011/2012 bot sich die Gelegenheit, das Bauwerk aus dem Jemen, das bis zu einer Höhe von 2 m erhalten ist, im Rahmen einer Veranstaltung am Computer zu rekonstruieren.

Das Heiligtum liegt inmitten des Stadtgebiets von Zafar, der Hauptstadt des himyarischen Reiches, und erstreckt sich in einer Höhe von etwa 2800 m auf einer künstlichen Terrasse am Westhang des Husn Raydan. Die heute weitgehend freigelegte Anlage besteht aus einem sorgfältig gepflasterten Hof von ungefähr 15 m Breite, der auf der Nordseite von einer Dreiraumgruppe und auf der West- und Ostseite jeweils von einem Korridor eingefasst war. Auf der nicht ausgegrabenen Südseite wird der Haupteingang in Form eines großen Torbaus vermutet. Der mittlere Raum auf der Nordseite, der sich hinsichtlich Mauerbreite, Bautechnik und Gestaltung von den übrigen Gebäuderesten deutlich unterscheidet, diente vielleicht der Aufstellung eines Kultbildes.

Der Nachbildung voraus gingen die Auswertung der Grabungsberichte und Vergleiche mit anderen altsüdarabischen Kultbezirken. Zu den größten Herausforderungen bei der Modellierung zählte die Ermittlung der Gebäudehöhe.

 

 

Zafar1 K Rekonstruktionsversuch der Nordseite des  Steingebäudes, Farbansicht (P. Nemethova, M. Strub, Th. Schönfelder, J.    Süß, F. Wittenborn).
Rekonstruktionsversuch der Nordwestecke des Steingebäudes, Kantenansicht (B. Gräf). Zafar2 K
Zafar3 K Bauphase 1 des Steingebäudes, Herausarbeitung der Mauerquader aus dunklem Gestein auf der Nordseite (Ph.  Baeriswyl).

Nicht nur Architektur lässt sich in 3D darstellen. Hier eine gekrönte Figur nach einem Relief aus dem Steingebäude (R. Skalecki).

Zafar4 K

Zafar5 K

Rekonstruktionsversuch des Steingebäudes mit hypothetisch ergänztem Vorplatz (J. Süß).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Seitenbearbeiter: E-Mail
Letzte Änderung: 08.10.2014
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